Wie bereite ich den Tapezier-Untergrund vor

Wie-bereite-ich-den-Tapezier-Untergrund-vor-Analyse-der-aktuellen-Wandbeschaffenheit

1 Analyse der aktuellen Wandbeschaffenheit

So, die alte Tapete ist runter - Mit mehr oder weniger Aufwand, aber erfolgreich. Jetzt sollte die Wandbeschaffenheit genauer unter die Lupe genommen werden, denn der Untergrund zum Tapezieren muss trocken, sauber, glatt, tragfähig und gleichmäßig saugfähig sein. Wir zeigen Ihnen Methoden auf, mit denen Sie diese Eigenschaften optimal überprüfen können, denn mit dem bloßen Auge allein sind diverse Probleme nicht erkennbar.

Saugfähigkeit prüfen
Um festzustellen, ob die Wand bzw. Decke gleichmäßig saugfähig ist, kommt der einfache Wassertest zur Anwendung. Tragen Sie mit einem Pinsel oder der Rolle Wasser auf. Bilden sich Wasserperlen auf der Oberflächen, ist der Untergrund nur schwach oder überhaupt nicht saugfähig.

Wird das Wasser hingegen sofort aufgenommen und die Oberfläche färbt sich daraufhin dunkel, handelt es sich um einen stark saugenden Untergrund. Bei stark saugenden Untergründen sind oft auch Haarrisse erkennbar.

Tragfähigkeit prüfen
Wie zeigt sich die Tragfähigkeit der Wand/Decke, d.h. wie fest ist die Oberfläche?

Wenn Sie mit der Hand darüber fahren und die Handinnenfläche ist sofort weiß oder die Wand/Decke sandet, dann ist Handlungsbedarf gegeben.

Machen Sie die Druckprobe, um festzustellen, wie stabil die Oberfläche ist: Mit dem Daumennagel gegen die Wand/Decke drücken. Platzen dabei Teilchen ab oder bildet sich direkt eine Mulde (zu weiche Oberfläche), weist der Untergrund nicht die nötige Festigung zum Tapezieren auf.

Alte Anstriche oder Farbreste, die nach dem Entfernen der Tapete zu Tage treten, müssen ebenfalls auf ihre Festigkeit hin überprüft werden: Schneiden Sie die Stelle mit dem Cuttermesser kreuzförmig ein, Klebeband darauf anbringen, fest andrücken und ruckartig abreißen. Sind dabei Farbteile hängengeblieben, so ist keine ausreichende Tragfähigkeit gegeben.

Leimfarben enthalten wasserlösliche Klebemittel und sind daher besonders zu behandeln. Ob es sich bei den Altanstrichen um Leimfarbe handelt, erkennen Sie folgendermaßen: Feuchten Sie eine Stelle gut an und wischen Sie mit den Fingerkuppen darüber. Ist es Leimfarbe, dann bildet sich an der Oberfläche durch das Verreiben eine kleisterartige Konsistenz, die Farbe bleibt an den Fingerkuppen haften.

Sauberkeit und Farbgleichheit prüfen
Flecken auf der Wand können verschiedene Ursachen haben. Von alten Feuchtigkeitsproblemen rühren meist Wasserflecken her, daneben können aber auch Rostflecken vorhanden sein. Wasserflecken erkennen Sie an den deutlich sichtbaren Rändern, Rostflecken sind rötlich braun und färben bei Kontakt mit Feuchtigkeit ab. Ob es sich um echte Rostflecken handelt können Sie feststellen, indem Sie mit einem feuchten Tuch über die Stelle reiben.

Sehen Sie sich das Wandbild genau an. Fallen Ihnen gravierende Farbunterschiede oder hell/dunkel Stellen auf? Unregelmäßigkeiten diese Art können durch mehrfache Überarbeitung der Wand entstehen, sie kommen sehr häufig auch beim Verspachteln von Gipskarton zum Vorschein. Wenn Sie hochwertige Vliestapeten oder andere, dünne Tapeten einsetzen möchten, sollten die farblichen Unterschiede behoben werden, da sie ansonsten durchscheinen.

Feuchtigkeit prüfen
Finden sich an der Wand oder Decke dunkle Verfärbungen, Stockflecken oder Schimmelspuren, so ist das ein Zeichen für Feuchtigkeit. Das Ausmaß der Feuchtigkeit lässt sich am besten mit einem Feuchtigkeitsmessgerät feststellen, das aber nicht jeder zur Hand hat, oder sich anschaffen möchte. Alternativ bietet sich die Folienprobe an, mit der eventuelle Restfeuchte in der Wand sichtbar wird: Bringen Sie an der feuchten Stelle Alufolie an, die 24 Stunden anhaften sollte. Hat sich unter der Folie Kondenswasser gebildet, dann ist noch Restfeuchte vorhanden, die Wand muss erst vollständig austrocknen, bevor sie weiterbehandelt werden kann. Die Folienprobe ist unter Umständen zu wiederholen.

Experten bei Schimmel
zu Rate ziehen!

Wir empfehlen allerdings, bei Feuchtigkeit in der Wand, die mit größeren Schimmelspuren einhergeht, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, um dem Ursprung für die Feuchtigkeit und dem genauen Ausmaß auf die Spur zu kommen. Denn ohne Behebung der Ursache, kann das Feuchtigkeitsproblem immer wieder auftreten und eine kurzfristige Durchtrocknung ist in solchen Fällen nur eine Behebung der Symptome. Bei definitiv sehr kleinen Schimmelspuren ist die Beseitigung mit einem handelsüblichen Schimmelentferner, der gleichzeitig desinfiziert, möglich. Tragen Sie dabei Atemmaske und Handschuhe und sorgen Sie für eine gute Belüftung.

Glätte prüfen
Kleine Löcher und Risse werden Ihnen schon allein bei der Begutachtung der Wand oder Decke auffallen. Wie Sie diese ausbessern, erfahren Sie im Anleitungspunkt Kleine Löcher und Risse zuspachteln.

Die Profis beleuchten die Wand mit dem Streiflicht einer Handlampe, um sie intensiv auf eine glatte, regelmäßige Beschaffenheit zu prüfen.

Sollte der Untergrund arg beschädigt sein oder die Beschaffenheit sich z.B. durch einen Mix aus alten Anstrichen, zahlreichen Ausbesserungen der Vergangenheit mit verschiedenen Materialien zeigen, sind meist Spezialarbeiten erforderlich, um einen idealen Untergrund für die neue Tapete zu schaffen. Mehr dazu im Punkt Spezialarbeiten bei sehr kaputten Oberflächen.

Für den Fall, dass eine leicht raue oder verfilzte Oberfläche vorhanden ist, findet sich im Handel die so genannte Feinmakulatur zum Streichen.

Anschließende Maßnahmen Wie Sie den Untergrund richtig vorbehandeln, damit er eine perfekte Tapezierfläche ergibt, erfahren Sie in den nachfolgenden Punkten der Anleitung.

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2 Kleine Löcher und Risse zuspachteln

Wenn während der Entfernung der alten Tapete das eine oder andere kleine Malheur mit der Spachtel passiert ist, dann lässt sich das mit Spachtelmasse einfach wieder ausgleichen. Zudem kann es vorkommen, dass bereits unter der alten Tapete einige Beschädigungen wie z.B. Risse im Putz geschlummert haben, die jetzt aber auch an die Reihe kommen.

Werden vorhandene Löcher für die Befestigung von Wandregalen, Bildern oder anderen Deko-Objekten nicht nach dem Tapezieren wieder genutzt, so sind diese ebenfalls zu verspachteln.

Im Handel finden Sie fertige Spachtelmassen sowie Spachtelpulver zum Anrühren mit Wasser. Jede der beiden Ausführungen hat ihre Vorteile, die Sie individuell abwägen sollten.

Fertige Spachtelmasse

  • Paste in der Tube oder in der Dose
  • Sofort gebrauchsfertig, kein Anrühren erforderlich
  • Wiederverwendbar, so kann nicht verbrauchte Masse beim nächsten Mal zum Einsatz kommen
  • Kurze Trocknungszeiten, schnell zu überarbeiten

Spachtelpulver

  • Einfach mit Wasser anzurühren
  • Ideal, wenn größere Mengen Spachtelmasse benötigt werden
  • Dickschichtiges Füllen von Löchern und Rissen
  • Preiswerter als fertige Spachtelmasse
  • Gut zu schleifen

Tipps

Feuchten Sie die auszubessernde Stelle vor dem Auftragen der Spachtelmasse an. Nehmen Sie nicht zu viel Masse auf einmal und tragen Sie die Masse möglichst flach auf. Tiefere Löcher können Sie zunächst mit etwas Papier „ausstopfen“. Nach dem Trocknen sollten Überstände und Unebenheiten mit Schleifpapier korrigiert werden, so dass eine völlig glatte Fläche entsteht.

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3 Tiefengrund bzw. verdünnten Tapetenkleister streichen
(je nach Analyseergebnis)

Nachdem nun die kleinen Löcher und Risse ausgebessert sind und die Wand/Decke getrocknet ist, erhält der Untergrund seine erforderliche Grundierung, damit er für das Tapezieren die idealen Voraussetzungen bietet. Entsprechend dem Analyseergebnis kommen das Streichen mit Tiefengrund oder verdünntem Tapetenkleister in Frage.

Tiefengrund entsprechend der Wandanalyse
Wählen Sie farblosen Tiefengrund, wenn die Wand farblich ein einheitliches Erscheinungsbild zeigt und keine Vliestapeten oder andere Tapeten, auf denen Farbunterschiede durchscheinen können, eingesetzt werden. Mit diesem Tiefengrund werden sandende, kreidende Wand- und Deckenflächen behandelt, auch die Saugfähigkeit wird dadurch reguliert.

Weiß eingefärbter Tiefengrund kommt zum Einsatz, um Farbunterschiede auszugleichen. Er besitzt ansonsten die gleichen Eigenschaften wie Tiefengrund farblos in punkto Saugfähigkeit und Festigung des Untergrundes. Der eingefärbte Tiefengrund ist auch für alle, die nicht an einem Stück grundieren können, eine profunde Lösung, denn so wissen sie später, welche Stellen schon behandelt wurden und welche noch mit Tiefengrund gestrichen werden müssen. Bei farblosem Tiefengrund ist das nicht zu erkennen, wenn die Grundierung erst einmal getrocknet ist.

Was ist Tiefengrund?
Tiefengrund bezeichnet eine flüssige bis zähflüssige Grundierung, die dazu dient, die Saugfähigkeit von Untergründen zu regulieren, die Oberfläche zu festigen und um Farbunterschiede auszugleichen.

Eine wesentliche Unterscheidung erfolgt in lösungsmittelhaltigen Tiefengrund (LH) und lösungsmittelfreien Tiefengrund (LF). Lösungsmittelfreier Tiefengrund auf Wasserbasis ist die bevorzugte Lösung für den Innenraum, er ist geruchlos und erfordert während der Arbeit keine besonderen Schutzmaßnahmen. Lösungsmittelhaltiger Tiefengrund wird in erster Linie im Außenbereich eingesetzt, weil die Ausdünstungen nachhaltig sind. Lösungsmittelfreier, wasserbasierter Tiefengrund, der den Untergrund nicht absperrt, ist auch ökologisch gesehen die bessere Alternative.

Lösemittelfreier Tiefengrund ist farblos (unpigmentiert) oder eingefärbt (pigmentiert) im Kanister oder Eimer erhältlich und wird mit einer Malerrolle, die über einen ausziehbaren Teleskopstiel verfügt, aufgetragen.

Sandende und kreidende Untergründe

Diese sollten Sie vor dem Auftrag von Tiefengrund abkehren bzw. mit einem alten Staubsauger absaugen. Lüften Sie dabei gut und tragen Sie ggf. einen Atemschutz.

Untergrund mit Leimfarbe

Ist der Untergrund mit Leimfarbe gestrichen, dann muss diese vor dem Auftragen von Tiefengrund zuerst gewässert und dann restlos abgewaschen werden. Altanstriche und Farbreste, die bröckeln und somit keine Tragfähigkeit für die Tapete garantieren, sind vor der Grundierung vollständig zu entfernen.

Hartnäckige Flecken

Bei hartnäckigen Flecken wie Rostflecken wird ein Isoliergrund empfohlen, der die Flecken praktisch versiegelt. Denn wenn Rostflecken mit Feuchtigkeit oder Kleister in Berührung kommen, dann färben sie ab und im Falle dünner Tapeten auch durch.

Besonderheit Gipskarton
Die Leichtbauweise mit Gipskartonplatten ist bei Häuslebauern sehr beliebt. Auch An- und Umbaumaßnahmen lassen sich leicht mit Gipskarton durchführen. Beim Tapezieren zeigt sich hier allerdings eine Besonderheit, da Gipskarton sehr stark saugfähig ist. Ohne eine Untergrundvorbehandlung lässt sich einmal angebrachte Tapete dann nicht mehr ablösen, ohne die Gipskartonfläche zu beschädigen, d.h. die dünne Papierschicht des Gipskartons wird mit abgerissen. Oftmals sind Übergänge verspachtelt und auch bei Ausbesserungsarbeiten am Gipskarton entstehen durch die Spachtelmasse farbliche Unterschiede, die später bei dünnen Tapeten und Vliestapeten durchscheinen und die Optik der Tapete stören.

Tiefengrundierung richtig auftragen
Tiefengrund kann verdünnt und unverdünnt aufgetragen werden, beachten Sie hier bitte die Angaben des Herstellers zur Anwendung, die Sie auf dem Etikett finden. Tiefengrund im Kanister wird in einen breiten Arbeitseimer umgefüllt, Tiefengrund im Eimer kann meist ohne ein Umfüllen direkt verarbeitet werden. Weiterhin sollten Sie ein Abstreifgitter zur Hand haben, das seitlich im Eimer eingehängt wird.

Am leichtesten geht die Arbeit mit einer Malerrolle von der Hand, die über einen Teleskopstiel verfügt und so ein bequemes Arbeiten über die gesamte Wandhöhe ohne Leiteraufstieg erlaubt. Für diffizile Ecken und schmale Flächen leisten kleine Rollen (z.B. für Heizkörper) und langstielige abgewinkelte Streichpinsel gute Dienste.

Rühren Sie den Tiefengrund ordentlich um. Dann tauchen Sie die Rolle ein und streifen überschüssiges Material am Gitter ab. Setzen Sie die Rolle am oberen Ende der Wand an und rollen Sie sie nach unten ab. Arbeiten Sie so (immer in vertikaler Richtung) weiter. Bei der Decke gehen Sie ebenso vor, ein Tropfschutz für den Kopf ist hier angeraten. Bei weißpigmentiertem Tiefengrund sollten Sie immer mit dem Lichteinfall vom Fenster weg streichen.

Ob der einmalige Auftrag von Tiefengrund ausreicht, lässt sich daran erkennen, wie der Untergrund die Grundierung aufnimmt. Trocknet sie sehr schnell, so wird der Vorgang solange wiederholt, bis eine Sättigung der Wand- oder Deckenfläche erfolgt ist, also kein Tiefengrund mehr aufgenommen werden kann. Je nach Tiefengrund-Produkt kann das mehrfache Streichen nass in nass oder jeweils nach vollständiger Trocknung der zuvor aufgetragenen Schicht erfolgen. Dies ist auf den Informationen am Etikett ersichtlich.

Daher empfehlen wir gerade bei Gipskarton das Vorstreichen mit weiß pigmentiertem Tiefengrund oder speziellen Grundierungen (auch unter der Bezeichnung Tapeziergrund) für Gipskarton. Für die leichte Abziehbarkeit von Tapeten bietet sich alternativ der so genannte Wechselgrund an, ebenfalls eine Grundierflüssigkeit zum Streichen.

Vorstreichen mit verdünntem Kleister bei stark saugenden Untergründen
Stark saugende Untergründe wie Maschinengipsputz und Betonoberflächen können mit verdünntem Kleister gestrichen werden, um einen gleichmäßig saugenden Untergrund zu erhalten. Allerdings muss bei dieser Maßnahme der Untergrund tragfähig sein, da der verdünnte Kleister keine festigende Wirkung hat. Auch sollten sich keine starken Farbunterschiede auf der Fläche zeigen, da in solchen Fällen pigmentierter Tiefengrund oder spezielle Grundierungen je nach Material besser geeignet sind.

Das Verdünnungsverhältnis zum Vorstreichen von Kleister ist auf der Packung angegeben. Arbeitstechnisch gehen Sie auch hier so vor wie beim Streichen von Tiefengrund.

Wie-bereite-ich-den-Tapezier-Untergrund-vor-Makulaturtapete-anbringen

4 Makulaturtapete anbringen

Vielleicht ist Ihnen beim Entfernen der alten Tapete aufgefallen, dass Zeitungspapier unter den abgelösten Bahnen zum Vorschein gekommen ist? In früherer Zeit wurde das sehr häufig gemacht, um einen perfekten Untergrund bei schwierigen Wand- und Deckenflächen zu schaffen und damit die neue Tapete optimal haftet. Heute bietet sich zu diesem Zweck die sogenannte Makulaturtapete an, die als Untertapete unter kostbaren und hochwertigen Tapeten empfohlen wird. Ihr Einsatz erfolgt also nach Bedarf und ist kein Muss.

Eine Makulaturtapete gibt es wie gewöhnliche Tapeten als Rollen zu kaufen. Diese haben auch dieselbe Breite wie normale Tapeten, sind üblicherweise weiß und ungemustert. Es gibt sie in verschiedenen Stärken/Grammaturen, die sich nach der Stärke der Dekorationstapete richten. Für dünne Tapeten reicht eine dünne Makulaturtapete, für dicke Tapeten sollte eine dicke Makulaturtapete angebracht werden.

Durch Makulatur-Papiertapete oder Makulatur-Vliestapete wird die Körnung der Wand abgemildert, um eine makellose Optik der Dekorationstapete zu erreichen. Es entstehen gleichmäßig helle und saugfähige Untergründe, Trocknungsspannungen im Nahtbereich werden aufgefangen und somit spätere Nahtöffnungen vermieden. Makulatur-Vliestapete ist dazu formbeständig, erlaubt eine knitterfreie und leichte Verarbeitung und kann kleine Risse kaschieren.

Makulatur-Papiertapete wird dabei als Untertapete für die spätere Anbringung von Papiertapeten verwendet, Makulatur-Vliestapete kommt beim Neutapezieren von Vliestapeten zum Einsatz. Ausführliche Informationen zur Anbringung erhalten Sie in unseren Anleitungen zum Tapezieren von Papier- oder Vliestapeten.

Achten Sie darauf, dass Stöße der Makulaturtapete möglichst nicht mit den späteren Stößen der Dekorationstapete zusammenlaufen. Lassen Sie die Makulaturtapete ausreichend an der Wand trocknen, bevor Sie mit dem Tapezieren der Dekorationstapete beginnen.

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5 Spezialarbeiten bei sehr kaputten Oberflächen

In einigen Fällen, insbesondere in Altbauten, bietet die nun nackte Wand ein Erscheinungsbild, das alles andere als erfreulich ist und einen erheblichen Bedarf an Maßnahmen hat, damit ein idealer Untergrund geschaffen werden kann.

Wenn der Untergrund einem Patchwork-Flickenteppich gleicht, auf dem sich Altanstriche, große Ausbesserungen/Reparaturen aus verschiedenen Materialien und dementsprechend auch verschiedene Oberflächenstrukturen zeigen, dann ist es sinnvoll, die Wände bzw. Decke vollflächig neu zu verspachteln, denn auf diesem „Flickenteppich“ kann später keine Tapete ordentlich zur Geltung kommen, ganz abgesehen davon, dass auch die Tragfähigkeit nicht gegeben ist.

In solch einem Fall sind vier verschiedene Arbeitsschritte notwendig, die wir allerdings hier nur ansatzweise beschreiben, da solche Arbeiten grundsätzlich den Handwerkerspezialisten überlassen werden sollten.

  • 1Oberfläche schleifen

    Mit einem Exzenterschleifer (Handgerät), der über rotierende Scheiben verfügt, und einem Schleifblatt der Körnung 60 wird die gesamte Fläche behandelt, so dass sich relativ glatte Übergänge ergeben ohne den Untergrund zu beschädigen. Auch tragende Farben und Altanstriche werden durch das Anschleifen ideal auf den nachfolgenden Auftrag mit Haftgrund vorbereitet.

  • 2Haftgrund für kritische Untergründe auftragen

    Auf die geschliffenen Flächen wird im nächsten Schritt ein Haftgrund für kritische Oberflächen aufgebracht, damit die neu aufzutragende Spachtelschicht besten Halt findet. Diesen flüssigen Haftgrund gibt es fertig im Eimer zu kaufen. Damit auch die unterschiedlichen Farben der Oberfläche neutralisiert werden, ist dieser Haftgrund weißpigmentiert. Er kann unverdünnt oder verdünnt angewendet werden. Nach dem Umrühren wird die Grundierung mit einer Malerrolle in vertikaler Arbeitsweise von oben nach unten aufgetragen. Nach ca. 24 Stunden Trocknungszeit kann mit dem Verspachteln begonnen werden.

  • 3Vollflächig verspachteln

    Zum vollflächigen Spachteln werden verschiedene Werkzeuge wie Stukkateurkelle, Glättkelle Großflächenspachteln in verschiedenen Ausführungen sowie Haftspachtel in Pulverform benötigt. Für den großflächigen Einsatz ist der Haftspachtel als Sackware erhältlich. Das Spachtelpulver wird mit Wasser im richtigen Verhältnis zur cremigen klumpenfreien Spachtelmasse angerührt. Quadratmeter für Quadratmeter wird die Spachtelmasse nun mit der Glättkelle aufgetragen und anschließend mit einer Großflächenspachtel überarbeitet, damit eine einheitliche Fläche entsteht.

  • 4Feinschliff der verspachtelten Flächen

    Abschließend wird noch ein Schleifgang durchgeführt. Um die große Fläche auch in der Höhe leichter zu schleifen, kommt beim Feinschliff ein spezielles Schleifgerät mit einem langen Handstück, die so genannte Schleifgiraffe, zum Einsatz (Schleifpapier Körnung 60), an das ein Staubsauger angeschlossen werden kann. Nach diesem letzten Schritt ist der Untergrund bestens auf die neue Tapete vorbereitet.