Wie entferne ich alte Tapeten

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1 Strom der Wand abklemmen

Je nach Tapetenart wird es beim Entfernen der alten Tapete feuchtfröhlich. Und da sich Strom und Feuchtigkeit bekanntlich nicht vertragen und im Zusammenspiel extrem gefährlich sind, wird zunächst der Strom für den betreffenden Raum im Sicherungsschrank abgeklemmt. Bei älteren Bauten ist es möglich, dass die Stromkreise mehrerer Räume über eine Sicherung verbunden sind. Nach dem Ausschalten der Sicherung kann eine zusätzliche Kontrolle an den Steckdosen mit einem Stromprüfer durchgeführt werden. Diese speziellen Werkzeuge, die einem Schraubenzieher ähneln, sind im Baumarkt erhältlich und bieten definitive Sicherheit, dass kein Strom mehr fließt.

Natürlich sollten Sie darauf achten, dass Sie bei dunklen Raumverhältnissen oder bei Arbeiten, die nicht bei Tageslicht erledigt werden können, über eine stromunabhängige Lichtquelle verfügen, z.B. einen Akkubaustrahler. Auch ein Verlängerungskabel, das an eine Steckdose aus einem anderen Raum angeschlossen wird, bietet sich für die Beleuchtung mit einer Arbeitslampe an.

Ist der Strom abgestellt, entfernen Sie die Rahmen von Steckdosen und Schaltern, die sich durch seitliches Ansetzen eines dünnen Schlitzschraubenziehers leicht nach vorne abziehen lassen. Im nächsten Schritt wird die Steckdosenabdeckung aufgeschraubt. Nun lässt sich die Abdeckung von der Fassung lösen. Die eigentliche Steckdose mit der Verkabelung wird sichtbar. Hier darf keine Feuchtigkeit eindringen, weshalb diese offene Stelle mit Malerkrepp großzügig und lückenfrei abgeklebt werden sollte. In Rohbauten, in denen die Steckdosen noch nicht verkabelt sind, können die „Löcher“ auch mit Zeitungspapier ausgestopft werden. Wichtig ist es, später das Stopfmaterial wieder restlos zu entfernen.

Wenn Sie die Decke tapezieren möchten, dann entfernen Sie den Lampenaufsatz. Da die Lampenausführungen in der Praxis sehr unterschiedlich sind und die Lampe auch direkt mit den Anschlusskabeln verbunden sein kann, empfiehlt es sich, für die fachgerechte Demontage einen Elektriker hinzuziehen. Gerade, wenn nach der Renovierung sowieso eine neue Deckenlampe installiert wird, arbeitet es sich während des Tapezierens mit einer einfachen Baufassung und entsprechendem Leuchtmittel effektiver.

Um die Tapete am Übergang zwischen Wand und Decke akkurat abzulösen und eine bereits tapezierte oder gestaltete Deckenfläche nicht zu beeinträchtigen, ist ein Trennschnitt zwischen Wandtapete und Decke erforderlich. Mit einem scharfen Cuttermesser wird am oberen Ende der Wand mit ca. 5 mm Abstand zur Decke ein gerader Schnitt durchgeführt. Als Hilfsmittel eignen sich Tapezierschiene, Flächenspachtel oder ein langes Lineal.

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2 Vliestapeten trocken abziehen

Jetzt darf die alte Tapete endlich runter!

Wenn es sich bei der zu entfernenden Tapete um Vliestapete handelt, dann geht die Arbeit normalerweise sauber und schnell vonstatten. Von unten beginnend, werden die Bahnen einfach trocken abgezogen. Das funktioniert in jedem Fall, wenn bei der Anbringung der Vliestapete der richtige Kleister verwendet wurde.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob es sich bei der alten Tapete um Vliestapete handelt, dann machen Sie einfach die „Abreißprobe“. Setzen Sie einen feinen Spachtel an der Naht an, um die Tapete greifen zu können und entfernen Sie zunächst ein Stück. Ist das leicht möglich und kommen beim Trägermaterial der Tapete Fasern zum Vorschein, dann ist es mit Sicherheit eine Vliestapete.

Die abgelösten Bahnen sollten direkt in einer Mülltüte entsorgt werden.

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3 Papiertapeten wässern und einweichen

Bei den Alttapeten überwiegen häufig Papiertapeten. Trocken abziehen ist bei diesen Tapeten eher die absolute Ausnahme als die Regel. Daher werden sie ordentlich gewässert und nach einer Einweichzeit mithilfe eines Spachtels entfernt. Je besser die Durchfeuchtung, umso weniger müssen Sie sich später mit den kleinen „Fitzelchen“ herumplagen, denn das ist so ziemlich das Letzte, was man sich beim Entfernen der alten Tapete wünscht.

Also gehen wir es locker an! Sie können für das Einweichen entweder die klassische Spülmittel-Wasser-Mischung zur Hand nehmen oder aber auf einen fertigen Tapetenlöser aus dem Handel zurückgreifen, der mit warmem Wasser entsprechend der Anleitung verdünnt wird. Zum Auftragen bieten sich Sprühgerät, Schwamm oder die große Malerbürste an. Arbeiten Sie von oben nach unten und achten Sie darauf, dass die Wand gut durchfeuchtet wird. Herunterlaufende Flüssigkeit sollten Sie gleich verstreichen. Die Einwirkzeit kann variieren, je nach Tapetenbeschaffenheit und wenn sich evtl. noch weitere Tapetenschichten darunter befinden.

Am besten machen Sie nach ca. 15 Minuten eine erste „Anlöseprobe“ mit dem Spachtel. Wenn Sie an kühlen Tagen renovieren, empfiehlt es sich, die Heizung etwas herunterzudrehen, da sonst die Lauge an der Wand schnell wieder trocknet und Sie so doppelt Arbeit haben.

Dampf-Tapetenablöser bei schwierigen Tapeten und großen Wandflächen

Dampf-Tapetenlöser können bei sehr großen Wandflächen und schwer lösbaren Tapeten zum Einsatz kommen. Der Umgang mit einem solchen Gerät erfordert allerdings Erfahrung und Wissen, zudem wird das Gerät mit Strom betrieben, was wiederum besondere Vorsicht voraussetzt. Wer mit Wasserdampf arbeitet, sollte grundsätzlich während dieser Zeit gut lüften, damit sich der feuchte Dampf nicht festsetzt. Generell wird empfohlen, die Arbeit mit einem Dampf-Tapetenablöser dem Profi zu überlassen.

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4 Tapetenstücke mit der Spachtel ablösen

Nach der Einweichzeit geht es los: Setzen Sie den Malerspachtel an der Nahtstelle einer Bahn an und führen Sie ihn vorsichtig unter die Tapete. Je bedachter Sie hier vorgehen, umso effektiver gestaltet sich die Arbeit. Versuchen Sie grobes Abschaben der Tapete zu vermeiden, was auch dem Untergrund zugutekommt.

Wenn es gut läuft, können Sie große Teilstücke nach dem Anlösen mit dem Spachtel abziehen. Falls sich unter der alten Tapete eine weitere Tapetenschicht befindet oder etliche kleine Tapetenreste an der Wand verbleiben, so werden diese wieder befeuchtet und nach einer weiteren Einwirkzeit entfernt.

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5 Tapeten aufrauen bei bestimmten Oberflächen

Tapeten, die Wasser kaum oder überhaupt nicht aufnehmen, erfordern eine extra Behandlung durch Aufrauen oder Anschleifen, damit die Feuchtigkeit grundsätzlich eindringen kann. Das ist zum Beispiel bei abwaschbaren Vinyltapeten, Latexanstrichen auf Tapeten, mehrfach gestrichenen Raufasertapeten und sehr dicken Strukturtapeten der Fall. Bei spaltbaren Tapeten, die eine Vinyl- und eine Papierlage vereinen, kann die obere Vinylschicht meist trocken abgezogen werden.

Aufrauen bzw. Anschleifen
Damit die Feuchtigkeit durch die Tapete bis zur gekleisterten Wand vordringen kann, erfordert es bei sehr dicken, gestrichenen und wasserundurchlässigen Tapeten das Aufrauen mit Werkzeugen wie Nagelrolle, Tigerkralle, Tapetenigel, Drahtbürste oder Schleifpapier. So kann die Lauge besser eindringen und erreicht den Kleister, was für den Ablösevorgang besonders wichtig ist. Welches Werkzeug zum Einsatz kommt, entscheidet sich anhand der Beschaffenheit der alten Tapete.

Besonderheit: Spaltbare Tapeten

Bei spaltbaren Tapeten lässt sich die Oberfläche vom Trägermaterial trennen, was z.B. bei Vinyltapeten der Fall ist. Das bedeutet, Sie können die obere Lage oft trocken abziehen, an der Wand bleibt eine dünne Papierschicht zurück. Diese Papierschicht muss nicht unbedingt entfernt werden, wenn sie noch tadellos haftet. Es dürfen sich allerdings keine offenen und lockeren Stellen zeigen, denn ansonsten bildet sie keinen tragfähigen Untergrund für die neue Tapete. Unebenheiten, Blasen und schlechte Kleisterwirkung können die Folge sein. Im Zweifel lieber die Papierschicht durch Anfeuchten aufweichen und dann mit dem Malerspachtel sauber entfernen.

Bei schwierigen Tapeten leistet der „Tapetenigel“ wertvolle Dienste. Dabei handelt es sich um eine Stachelwalze mit langem Griff. Der Tapetenigel wird kraftvoll über die gesamte Wand gezogen und schafft so wasserdurchlässige Stellen. Dieses Werkzeug bleibt jedoch bei Gipskartonwänden außen vor. Hier wird die Oberfläche mit Sandpapier angeschliffen. Im Anschluss an diese Vorbehandlungen erfolgt dann das Wässern.

Nicht immer ist klar, welche Art von Untergrund sich hinter der alten Tapete verbirgt. Wer Gewissheit haben möchte, der löst zunächst ein kleines Stück Tapete ab, um herauszufinden, aus welchem Material die Wand gefertigt ist, damit das geeignete Werkzeug zum Aufrauen der Tapete eingesetzt werden kann.