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Tapezierwerkzeuge im Detail: Der Nahtroller

Der Nahtroller, auch Nahtwalze oder Tapetennahtroller, gehört zu den kleinen aber feinen und bedeutenden Tapezierwerkzeugen und darf im Zubehörkasten nicht fehlen. Mit seiner Hilfe lässt sich ein sauberer Übergang zwischen den einzelnen Tapetenbahnen erreichen.

Allerdings ist Nahtroller nicht gleich Nahtroller, es finden sich verschiedene handelsübliche Ausführungen. Die Auswahl richtet sich auch nach der Tapetenoberfläche. Bei der Anwendung gilt es einige Tipps und Kniffe zu beachten, um später unsichtbare Nahtübergänge ohne Beschädigung empfindlicher oder strukturierter Tapetenoberflächen zu erhalten.

Genaue Funktion des Nahtrollers beim Tapezieren

Beim Tapezieren von zwei Tapetenbahnen wird in der Regel auf Stoß gearbeitet. Das heißt Naht an Naht. Damit sich die Seitenränder perfekt anlegen und nach dem vollständigen Trocknen keine Nahtstellen mehr ins Auge fallen, ist der Nahtroller gefragt. Die Walze oder Rolle drückt die Tapetenränder sanft an. So lassen sich auch etwaige leichte Verschiebungen direkt erkennen und beheben. Ziel ist es, dass keine Fugen oder unansehnliche Zwischenräume entstehen, auch sichtbare Überlappungen sind zu vermeiden. Der Nahtroller für Tapeten kann zudem eine Hilfe sein, um überschüssige Luft, die sich im Bereich der Ränder gebildet hat, nach außen zu transportieren, solange der Kleister noch nicht vollständig getrocknet ist.

Sollten die Tapetenränder/Nahtstellen nicht richtig anhaften, so kann es sein, dass die Stellen trocken sind. Hier empfiehlt es sich, mit einem dünnen Pinsel erneut wenig Kleister auf die inneren Randstellen aufzutragen, die Ränder sanft mit einem sauberen Tuch anzulegen und anschließend den Vorgang mit dem Nahtroller zu wiederholen. Herausquellender Kleister sollte direkt mit einem Tuch aufgenommen werden.

Tapete-Nahtroller

Der Nahtroller und seine Bestandteile

Ein Nahtroller besteht aus einer Walze oder Rolle, die an einem Griff mit einem L-förmigen, verzinkten Metall- oder Stahldrahtbügel (Einarmbügel) befestigt ist. Bei diesen Modellen kann die Walze oder Rolle durch einen stabilen Steckmechanismus leicht ausgetauscht werden. Der Bügel zeigt sich in der Länge je nach Ausführung variabel. Andere Modelle verfügen über einen beweglichen Bügel mit zwei seitlichen Armen, an dem die Walze festgeschraubt ist.

Der eigentliche und kurzgehaltene Griff kann aus Hartplastik, Kunststoff oder Holz gefertigt sein. Welches Griffmaterial bevorzugt wird, ist eine Frage der eigenen Vorliebe. Aber auch ganz praktische und sachliche Vorteile können für das eine oder andere Griffmaterial beim Nahtroller sprechen. Holzgriffe liegen gut in der Hand, sind robust und widerstandsfähig und halten somit gerade bei häufigem Gebrauch länger als Kunststoffgriffe. Da die Holzoberfläche versiegelt ist, lässt sich der Holzgriff ebenso gut reinigen wie der Kunststoffgriff in allen erdenklichen Farben. Holz fühlt sich für einige angenehmer an und bietet einen besseren Druckwiderstand beim Abrollen. Der Kunststoffgriff ist leichter als der Holzgriff und wiegt somit weniger in der Hand. Beiden Griffvarianten ist jedoch gleich, das sie durch ihre ergonomische Form und Konstruktion sehr gut zu handhaben sind.

Je nach Tapetenoberfläche werden Walzen/Rollen aus Hartgummi, PUR-Gummi, Moosgummi, Schaumstoff oder Hartkunststoff angeboten. Bei den „harten“ Materialien wie Hartgummi, PUR Gummi oder Hartkunststoff/Hartplastik kann die Walzenstruktur glatt, geriffelt oder gerillt sein. Schwarz, Rot, Gelb, Weiß und Beige sind hier klassische Walzenfarben, während die weichen Schaumstoffrollen meist in Weiß oder Pastellfarben angeboten werden. Übliche Walzenbreiten sind 35, 40, 45 und 50 mm.

Die Walze des Nahtrollers kann konisch, tonnenförmig oder zylindrisch gearbeitet sein. Sowohl die Tonnenform als auch die konische Form sind Abwandlungen der Zylinderform, die beim Nahtroller feine Anwendungsunterschiede ausmachen. Während sich die tonnenförmige Walze zu beiden Seiten gleichmäßig ausdehnt, vergrößert die konische Walze nur zu einer Seite hin ihren Radius deutlich.

Mit einer konischen Walze wird verhindert, dass Kleister von innen an den Nahtrand und darüber hinaus gedrückt wird, während das Anpressen der Naht erfolgt. Der konische Nahtroller eignet sich auch wunderbar zum Nacharbeiten von aufstehenden Tapetennähten.

Glatte Walzen oder Rollen aus weichem Schaumstoff oder Moosgummi sind bei empfindlichen Tapetenobermaterialien, Struktur- und Prägetapeten die erste Wahl. Gerade bei Prägetapeten gilt jedoch die Devise: Weniger Druck ist mehr, daher sollten Sie in erster Linie sanft rollen.

Zwischen 2 und 10 Euro kostet ein Nahtroller, den Sie in jedem Baumarkt, im Tapetenfachhandel sowie über das Internet kaufen können.

Nahtroller-Tapeten

Reinigung Nahtroller während und nach dem Tapezieren

Bereits während dem Tapezieren kann es passieren, dass die Walze oder Rolle mit Kleister in Berührung kommt, weil dieser an den Rändern austritt. Bei Hartgummi- und Hartplastikwalzen ist das nicht weiter tragisch, denn Sie können die Kleisterspuren mit einem feuchten Tuch direkt abwischen. Bitte aber unbedingt dann mit einem trockenen Tuch nachgehen, bevor der Nahtroller wieder an der Tapete zum Einsatz kommt. Schaumstoffrollen sollten zeitsparend komplett ausgetauscht werden, daher ist es immer gut, Ersatz im Haus zu haben.

Lassen Sie hier Sorgfalt vor Bequemlichkeit walten, denn eine kleisterverschmierte Walze beeinträchtigt die Tapetenoberfläche und die ordnungsgemäße Funktion. Lieber öfter zwischendurch reinigen, als sich hinterher über die eigene Nachlässigkeit schwarz zu ärgern. Für das Ablegen des Nahtrollers sollten Sie ein fusselfreies Tuch oder eine Kunststoffunterlage bereithalten, damit die Walze im Tapeziergeschehen nicht unnötig beschmutzt wird.

Nur sauberes und trockenes Handwerkszeug zeigt sich langlebig und effektiv. Daher ist der Nahtroller nach Abschluss der Arbeiten gründlich von Kleisterresten und Schmutz zu befreien. Das betrifft alle Bestandteile wie Walze/Rolle, Bügel und Griff. Rollen aus Schaumstoff oder Moosgummi entsorgen Sie am besten, denn diese können kostengünstig ausgetauscht werden. Trocknen Sie die Bestandteile und verwahren Sie den Nahtroller an einem trockenen Platz. Viele Exemplare mit Kunststoffgriff verfügen auch über eine Lochhalterung, damit das Werkzeug platzsparend aufgehängt werden kann.

Mit einwandfreien intakten Nahtrollern arbeiten

Nur ein stabiler und intakter Nahtroller erfüllt seinen Zweck. Wenn der Bügel wackelt oder sich hin- und herschiebt, macht das ebenso wenig Sinn wie wenn die Walze sich nur unter großen Anstrengungen bewegen lässt und somit auch der Tapete nicht gut tut. Gerissene oder beschädigte Griffe haben keinen Druckwiderstand, geben nach und stellen für die Hand ein Verletzungsrisiko dar. Bevor sie sich das antun, investieren Sie lieber in einen neuen Nahtroller oder tauschen Sie defekte Bestandteile wenn möglich aus.