Insektenflecken auf Tapete entfernen und vermeiden

Mueckenfleck-Tapete

Da klebt es nun, das tote Insekt, und hat seine unschönen Spuren hinterlassen. Gerade bei Stechmücken bleibt einem oft keine andere Wahl, als sie an der Wand zu erschlagen. Insektenflecke auf Tapeten sind ein lästiges wie unterschätztes Problem, das sich prinzipiell vermeiden lässt.

Dabei spielt die Jahreszeit weniger eine Rolle, denn in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter finden Insekten verschiedenster Art gleichermaßen ihren Weg ins Haus und somit auch auf die schicke Tapete. Mücken, Spinnen, Käfer, Wespen – Die Bandbreite ist groß und nicht jedes Insekt unbedingt bekannt. Auch die Zusammensetzung der Insektenbestandteile zeigt sich verschieden, von rotem, blauem oder grünem „Blut“ bis hin zu klebrigen Substanzen unterschiedlicher Konsistenz. Beim Entfernen der „getöteten“ Insekten oder deren Überreste ist entsprechend der Tapetenoberfläche und Beschaffenheit sehr vorsichtig vorzugehen, um den entstandenen Fleck in Grenzen zu halten.

Mitunter kommt es auch vor, dass Insekten unbemerkt auf der Tapete verweilen und dort Ausscheidungen hinterlassen. Der so genannte „Fliegenschiss“ trocknet dann ein und wird erst später bemerkt. Hier heißt es: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und die Tapetenoberfläche beschädigen, sondern mit Bedacht an die Sache herangehen.

Der Ratgeber erklärt, wie Sie frische und eingetrocknete Insektenflecke behutsam und tapetenschonend entfernen und diese im besten Fall vermeiden. Das freut die Tapete und die Insekten noch mehr, denn es sind ja auch nur Lebewesen.

Mueckenfleck-an-Tapete

Allgemeine Information im Vorfeld

Wir raten grundsätzlich den Einleger mit den Eigenschaften der gekauften Designer- und Mustertapeten aus unserem Tapetenshop aufzubewahren. Im Hinblick auf die Pflege- und Reinigungseigenschaften bringt das große Vorteile, denn Sie können im Falle eines Falles schnell nachlesen, ob die Tapete wasserbeständig, waschbeständig, hoch waschbeständig, scheuerbeständig oder hoch scheuerbeständig ist. Nur so lässt sich ordnungsgemäß an die Fleckentfernung von Insektenrückständen herangehen. Ansonsten bleibt ein gewisses Restrisiko immer vorhanden, das wir mit diesem Ratgeber versuchen wollen zu minimieren.

Grundsätzlich gilt: Bei glänzenden, schimmernden, metallischen, folierten, geprägten, strukturierten sowie mit dekorativen Schmuckelementen besetzten Oberflächen niemals mit Schmutzradierer, Radiergummi, Bürsten oder spitzen Gegenständen an die Tapete herangehen. Auch chemische Fleckentferner speziell für Tapeten oder für bestimmte Flecken, (z.B. Blut), Haushaltsreiniger, Waschmittel, Essig, Zitronensäure und Backpulver oder Natron sind tabu. Verwenden Sie lediglich Wasser, ggf. mit einem minimalen Tropfen Spülmittel zu einer weichen Lauge verrührt.

Besondere Design Tapeten mit Oberflächen aus textilen oder natürlichen Materialien finden Sie in großer Auswahl in unserem Tapetenshop. Die Mehrzahl dieser Tapeten ist wasserbeständig, jedoch nicht waschbeständig, weshalb diese Oberflächen maximal durch Abtupfen mit einem feuchten (nicht nassen) Tuch bearbeitet werden dürfen. So werden sie ihre Form und typische Struktur an der behandelten Stelle nicht einbüßen.

Fliegendreck-Tapeten

Frische Insektenflecke und Insektenreste entfernen

So mancher tut es aus Angst vor dem Objekt, ein anderer, weil er Stiche und andere Unannehmlichkeiten, das Summen und Surren der Insekten einfach nicht leiden mag. Da sitzt das sonst sehr agile Tierchen endlich an der Wand und es wird plattgemacht. Idealerweise fällt es von selbst von der Wand, aber Blut, Sekret und andere undefinierbare Spuren bleiben haften und verteilen sich durch die Klatsche auf der hochwertigen Tapete.

Gehen Sie bei frischen Insektenflecken, Insektenbestandteilen und Resten folgendermaßen, Schritt für Schritt vor:

  • Nehmen Sie das Insekt oder restliche Bestandteile mit einem weichen Kosmetik- oder Taschentuch bzw. einem kleineren Stück Küchenkrepp vorsichtig von der Tapete. Dabei aber nicht reiben oder ähnliches.
  • Danach werden feuchte und flüssige Bestandteile wie Blut, Sekret, etc. ebenfalls mit einem frischen Papiertuch aufgesaugt. Sie können die betreffende Stelle auch leicht abtupfen.
  • Verbleiben danach noch Spuren auf der Wand, nehmen Sie ein mit Wasser angefeuchtetes Microfasertuch zur Hand (alternativ ein zurechtgeschnittenes Stückchen Schwamm) und tupfen Sie die Stelle noch einmal sanft ab, ohne dabei zu reiben. Kohlensäurehaltiges Trinkwasser bietet sich zum Befeuchten ebenfalls an. Die Kohlensäure wirkt wie ein mildes Lösemittel.
  • Wenn Sie die Reinigungseigenschaft der Tapete kennen (was optimal ist), können Sie die Fleckentfernung entsprechend den Optionen waschbeständig, hoch waschbeständig, scheuerbeständig oder hoch scheuerbeständig vornehmen. Hierzu finden Sie unseren ausführlichen Blogbeitrag Abwaschbare Tapeten – So behalten Sie den sauberen Durchblick, der erklärt, mit welchen Reinigungshelfern Sie je nach Eigenschaft an die Tapete ran dürfen.

Tipp:

Sollten Sie den Einleger mit den Pflegeeigenschaften nicht mehr besitzen, können Sie auch in unserem Tapetenshop nach dem Modell suchen, vorausgesetzt, Sie kennen den Tapetennamen. Selbst bereits ausgelaufene Modelle finden Sie dort und können die Tapeteneigenschaften in der Artikelbeschreibung problemlos ablesen.

Fliegenschiss-an-Tapete

Insektenflecken vorbeugen – So geht’s

Ganz klar: Widerstehen Sie dem Reiz des Klatschens und wenden Sie zwei andere Methoden an, um die Insekten von der Tapete zu bekommen. Natürlich hat das etwas mit unserem Urgefühl von Ekel und Angst zu tun, wenn wir einfach drauf los schlagen. Kurioserweise ist das aber nicht bei allen Insekten so. Die wenigsten Menschen können einen hübschen süßen Marienkäfer einfach so an der Wand zerdrücken. Gehen Sie daher von Anfang an mit der Würde und Wertschätzung für das Insekt und Ihre exklusive Tapete an die Sache heran, ganz gleich, um welche Art von Insekt es sich handelt. Stellen Sie Angst und Ekel hinten an oder beauftragen Sie ein Familienmitglied oder eine andere anwesende Person mit der Entfernung. Wenn Sie es selbst tun, prima.

Bei allen Insekten, die sich überwiegend kriechend fortbewegen oder nur sehr langsam fliegen, z.B. Käfer, Bienen, Spinnen und ähnliches, nähern Sie sich dem Insekt mit einem Stück Zeitungspapier und schieben dieses langsam unter das Tier. Entweder es krabbelt von selbst darauf oder fällt auf die Zeitung bzw. auf den Boden. Liegt das Insekt auf der Zeitung, bewegen Sie sich ruhigen Schrittes zum Fenster und setzen es an der frischen Luft aus.

Eine Alternative für den Fall, dass es mit der Zeitung wider Erwarten doch nicht funktionieren sollte und für alle, die das gar nicht können, ist das Absaugen der Insekten von der Wand mit dem Staubsauger. Dabei müssen Sie ebenfalls sehr besonnen vorgehen. Vermeiden Sie die Saugdüse direkt auf der Tapete anzusetzen oder diese darüber zu bewegen, denn das kann Beschädigungen oder zusätzliche Verschmutzungen mit sich bringen. Halten Sie die Saugrohrverlängerung mit geringem Abstand auf das Insekt gerichtet und schalten Sie erst dann den Staubsauger ein. Oftmals wird das Tier so direkt eingesogen, bevor es sich verflüchtigen kann.

Insekten, die flink fliegen, sind nicht so leicht dauerhaft von der Tapete zu verscheuchen, allen voran die Stechmücken oder Motten, die uns im Sommer fleißig beehren. Mit Staubsauger oder Zeitungspapier kann man ihnen auch nicht zu Leibe rücken, denn sie treiben dann munter ihre Spielchen mit uns von einer Wand zur anderen.

Ganz vermeiden lässt sich dieses Phänomen im Sommer nicht und solange es sich nicht um viele Mücken handelt, müssen Sie auch gar nichts tun. Zwar können die Tierchen Kot an der Wand absondern, aber diese in der Regel winzigen Punkte fallen so gut wie überhaupt nicht auf. Ansonsten ist Insektenspray, mit dem der Raum nach Anweisung auf dem Etikett eingesprüht wird, eine profunde Möglichkeit, um die Plagegeister ein für alle Mal loszuwerden. Denken Sie daran, dass Sie das Spray nicht einatmen und den Raum mit geschlossenen Türen und Fenstern während der Einwirkzeit verlassen. Danach wird gründlich gelüftet. Die so vernichteten Insekten lassen sich von Boden oder Einrichtungsgegenständen mit dem Staubsauger aufnehmen.

Spinnen-von-Tapete-entfernen

Ideal ist es natürlich, wenn erst gar keine Insekten den Weg in die Wohnung oder den Raum finden. Viele Insekten werden je nach Jahreszeit magisch angezogen von Gerüchen, Lockstoffen, süßen Flüssigkeiten und Lebensmitteln oder auch vom Licht. So können Sie vorbeugen:

  • Insektenschutznetze für das Fenster gehören zu den sicheren Möglichkeiten, um Insekten in den warmen Sommermonaten fern zu halten.
  • Wenn Sie sich im Sommer nach Sonnenuntergang in einem Raum aufhalten und das Licht eingeschaltet haben, lassen Sie die Fenster nach Möglichkeit zu. Auch die Fernsehbeleuchtung wirkt auf Motten und Mücken anziehend.
  • Vermeiden Sie zu jeder Jahreszeit Biomüll in der Küche und entsorgen Sie gärende oder schimmelige Lebensmittel und Essensreste direkt in die Müll-/Biomülltonne vor dem Haus.
  • Achten Sie darauf, dass Räume im Winter nicht zu kalt und ungelüftet bleiben, denn das führt zu Feuchtigkeit und einem Klima, in dem sich Spinnen wohl fühlen.

Fazit:

Wenn Sie dem Schlag widerstehen und die genannten Möglichkeiten ausprobieren, sparen Sie sich die Arbeit der Fleckentfernung. Bei der „Zeitungsmethode“ entsteht sogar eine Win-Win-Situation. Die nützlichen Insekten behalten ihr Leben, die Tapete bleibt unversehrt und Sie haben Zeit für schöne Dinge.

Bedenken Sie vorher: Aufwand und Ärgernis, die der Insektenfleck an der Wand bereitet, sind weitaus größer, als das Insekt in die Freiheit zu entlassen. Es kostet lediglich eine Portion Überwindung. Aber auch hier hilft die Erkenntnis: Sie haben es mit einem Tierchen zu tun, dass nur einen winzigen Bruchteil Ihrer Größe und Kraft besitzt, dem Sie haushoch überlegen sind. Sie stehen nicht einem Monsterbären gegenüber, der Sie jeden Moment in Stücke zerreißen kann. Jetzt lächeln Sie, oder? Sehen Sie, nehmen Sie es mit Humor und denken Sie einfach auch bei den weniger ansehnlichen Insektenexemplaren, es wäre ein putziger Marienkäfer.