Tapezierwerkzeuge im Detail: Tapetenmesser und Tapetenschiene

Tapetenmesser-und-Tapetenschiene

Tapetenmesser und Tapetenschiene sind besondere Hilfsmittel für das Teilen von eingekleisterten Tapetenbahnen auf dem Tapeziertisch. Sie werden zusammen benutzt und eignen sich vorrangig für Papiertapeten.

Tapetenmesser Ausführung

Das Tapetenmesser wird auch als Tapeziermesser oder Tapetenhaumesser bezeichnet. Die Suchmaschinen im Internet listen unter dem Begriff „Tapetenmesser“ oftmals auch das Cuttermesser auf. Beide Tapezier-Werkzeuge unterscheiden sich jedoch grundlegend hinsichtlich Ausführung und Anwendung.

Das Tapetenmesser besteht aus einem farbigen Kunststoffgriff, der die längliche doppelschneidige Klinge aus rostfreiem Edelstahl hält. Die 30 cm lange Klinge zeigt eine flache und eine leicht nach außen gewölbte Seite, zur Spitze hin ist sie abgerundet. Im Gegensatz zu anderen Messern ist die Klinge nicht besonders scharf, da es hier nicht um das Schneiden im klassischen Sinne, sondern um ein Abtrennen durch hauende oder schlagende Bewegungen geht. Der Preis für das Tapeziermesser liegt unter 10 Euro.

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Der intelligente Einsatz des Tapetenmessers geht auf die Zeit vor den 1970er Jahren zurück, als Tapetenmuster noch nicht über die gesamte Bahnenbreite aufgedruckt wurden, sondern die Ränder etwa 2 cm unbedruckt blieben. Mit dem Tapetenmesser wurden diese Ränder schnell und unkompliziert „abgeschlagen“.

Tapetenschiene Ausführung

Bei der Tapetenschiene oder Tapezierschiene handelt es sich um eine 6 cm breite und 200 cm lange und biegsame Schiene aus rostfreiem Stahl, die je nach Modell über eine Lochung zur Befestigung am Tapeziertisch verfügt. Zur platzsparenden Aufbewahrung lässt sich die Schiene flexibel zusammenrollen. Der Preis bewegt sich zwischen 15 und 20 Euro. Nicht zu verwechseln ist die Tapetenschiene mit dem Tapeten-Abreißlineal oder der Dreieck-Beschneidekante, die in Suchmaschinen auch unter diesem Begriff zu finden sind.

Tapezierschiene

Anwendung von Tapetenschiene und Tapeziermesser

Hauptanwendungsgebiet der beiden Tapezierwerkzeuge ist die Längsteilung von eingekleisterten und zusammengelegten Tapetenbahnen aus Papier. Beim Tapezieren kann das der Fall sein, wenn keine ganze Bahnbreite benötigt wird.

Die Tapetenschiene wird auf der gesamten Länge ausgerollt und an der Kante des Tapeziertisches bündig abschließend angelegt. Die Lochbohrung dient der dauerhaften Befestigung der Schiene mittels Schrauben. Gelegenheits-Tapezierer arbeiten hier meist mit einseitigem Klebeband, mit dem sie die Schiene am Tisch fixieren. So kann sie nach getaner Arbeit leicht wieder entfernt werden.

Die eingeweichte, zusammengelegte Papier Tapete wird nun so positioniert, dass die Schnittkante mit der äußeren Schienenkante abschließt. Der zu entfernende Teil ragt darüber. Die flache Seite des Tapetenmessers wird auf der Tapezierschiene angesetzt und die Tapete mit schnellen Schlagbewegungen entlang der Stahlschiene abgetrennt. Die gewölbte Klingenseite sorgt dafür, dass die Tapete problemlos abgleitet.

Diese Werkzeuge sind für Tapeten gedacht, deren Träger- und Obermaterial aus Papier besteht. Nur bei diesen Tapeten gelingt ein sauberer Abschlag. Alle anderen Tapeten mit faserigen, textilen oder speziellen Materialien, Veredelungen und Versiegelungen können durch den Abschlag einreißen, ausfransen oder das Messer findet erst gar keinen Griffpunkt. Eine akkurate Durchtrennung ist bei Grastapeten, Korktapeten, Metall Tapeten, Textil Tapeten, etc. nicht gewährleistet, da das Tapetenmesser nicht daraufhin ausgelegt ist oder die benötigte präzise Schärfe besitzt.