Techno, Tanzen und Tapeten

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Elektronische Tanzmusik bestimmt seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Tanzflächen dieser Welt. Groß wurde der Techno zur Wendezeit in den unkontrollierten Brachen Berlins mit ihren Kellern, Bunkern und verfallenden Industriebauten. Aus der Maschinenmusik des Industrial stammend, fand die neue Musik hier ihre räumliche Entsprechung.

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Eine klassische Technoparty der 1990er Jahre bot keine Heimeligkeit, sondern verbarg sich in Dunkelheit und Verfall, eine irgendwie geartete Dekoration fand sich allenfalls im Stroboskoplicht, das im Kunstnebel flackerte. Es war eine aufregende Revolution auch in der Gestaltung sozialer Räume, die Abkehr von jeder Gemütlichkeit; es sollte nicht mehr um eine Feier der individuellen Persönlichkeit gehen, sondern um das Aufgehen in der Masse: auf den großen Raves der 1990er Jahre tanzten Zehntausende in rohen Fabrikhallen.

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Der durch Techno endgültig zu Grabe getragene Discoboom der Siebziger- und Achtzigerjahre hatte zunächst das Tanzen und Feiern als eine ganz normale Wochenendbeschäftigung konsumierbar gemacht, jede Kleinstadt hatte bald ihre eigene Diskothek. Mondän, mit Spiegelwänden und Dekoration in großer Geste, Lichtorgel und mit Tapeten in durchaus psychedelischer Motivik,– gerade die deutsche Diskohauptstadt München zelebrierte die Opulenz. In jedem Fall waren die Diskotheken ein Gegenentwurf zum Alltag, sie verkauften das Geheimnis der Nacht und ein Versprechen an jeden einzelnen Gast. Das Aufkommen von Techno war hierzu der radikale Gegenentwurf, nicht nur musikalisch, sondern sozial, gestalterisch, sogar politisch: als ein demokratisches Modell von Teilhabe und positiv verstandener Anonymität, als Verweigerung des schönen Scheins.

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Doch diese wilden Zeiten sind vorbei, die Protagonisten der radikalen frühen Jahre sind inzwischen ruhiger und bürgerlicher geworden. Viele identifizieren sich jedoch weiterhin mit der Clubkultur, nur eben ohne bis in den nächsten Tag mitzutanzen. Sie entwickeln neue, ruhigere Konzepte für ihre Generation. Aber auch jüngere Veranstalter haben die schnoddrigen Gesten und die Schmucklosigkeit des klassischen Techno hinter sich gelassen. Natürlich gilt weiterhin der Berliner Club Berghain als der Tempel der Technokultur – und zelebriert nach wie vor den Charme rohen Betons.

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Immer mehr neue Veranstalter jedoch setzen auf vor zwanzig Jahren in der Szene undenkbare Dekoration und Innenarchitektur. Der Club als Wohnzimmer begriffen, als geschützter Raum, in dem wieder Wert auf Intimität gelegt wird – das ist eine erst in den letzten Jahren etablierte Strömung. Gestaltungsmäßig geschieht das einerseits durch einen vom Berliner Club Bar 25 etablierten Do-it-yourself-Style, der sich durch Sperrmüllmöbel und liebevoll selbstgezimmerte Holzkonstruktionen auszeichnet. Andererseits sehen wir den Trend zu edlem Design und stilvoller Atmosphäre, zu neuer Distinktion mittels einer Innenarchitektur, die der Identitätsstiftung durch Stil und coole Eleganz dient. In vielen neuen Clubs wird – von der Bar über das DJ-Pult bis hin zu den Toilettenräumen – eine gestalterische Handschrift sichtbar, die von einem Innenarchitekten oder einer Innenarchitektin eigens für diesen Ort, sein Publikum und seine Musik konzipiert wurde. Und diese Inneneinrichtungen in heute deutlich kleineren, intimen Clubs setzen für das Dekor von Wandflächen gezielt auf Tapeten.

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Tapeten sind hier nicht nur von Vorteil, da sich mit ihnen große Flächen unkompliziert mit komplexen Mustern füllen lassen – gerade starke Muster sind schließlich die perfekte visuelle Entsprechung der Rhythmik von Techno, House und Electro. Sie verbinden verschiedene Bereiche eines Clubs optisch oder trennen sie subtil; Tapetenoberflächen in Halbrelief oder sonstiger spezieller Haptik erweitern den Erlebnisrahmen des Nachtlebens. Eine Umdekoration für die neue Saison ist mit weniger Aufwand erledigt, als alles neu malern zu lassen, und mit neuen Technologien sind auch alle Ansprüche der Behörden (schwer entflammbar...) und der Putztruppe (kratzfest...) leicht erfüllt.

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Kurz: wie auch in der privaten Wohnumgebung gibt es auch im Clubleben eine wahre Renaissance der Tapete, die wieder ganz in der Heutigkeit angekommen ist, die Gegenwart auch im Untergrund definieren kann. Der erst 2016 eröffnete Zürcher Club Lexy ist hierfür ein gelungenes Beispiel: hier lösen die Muster der dunkelblauen Tapete elegant die Größe der Wände auf, ordnen unaufdringlich die Räumlichkeiten – und kontrastieren den Sichtbeton des DJ-Pults, der als kleiner Hinweis auf die vergangene Frühzeit der Technobewegung verstanden werden darf.

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