Was kann ich gegen Blasen tun

1Grundsätzliches zur Blasenbildung beim Tapezieren

Blasen, die sich auf der Tapete zeigen, sind kein Grund zum Verzweifeln. Die Blasenbildung kann verschiedene Ursachen haben. Oft sind es überschüssiger Kleister oder Luft unter der Tapete, die zu Blasen führen. In den meisten Fällen lassen sich Blasen aber problemlos beseitigen.

Ursachen der Blasenbildung bei Papiertapeten
Papier wird aus Holz hergestellt und so bestehen auch Papiertapeten aus Holzfasern, die im Zusammenspiel mit Feuchtigkeit reagieren. Wie bekannt ist, quillt Holz durch Feuchtigkeit auf, das ist auch bei den in Papiertapeten enthaltenen Holzfasern der Fall. Wird eine Bahn Papiertapete nun eingekleistert, so dehnt sich die Tapete durch die Feuchtigkeit in Länge und Breite aus. Daher ist bei Papiertapeten auch die Einweichzeit von so immenser Bedeutung. Der Tapete soll vor dem Anbringen genügend Zeit zur Aufnahme der Feuchtigkeit und somit zur Ausdehnung gegeben werden.

Bei zu kurzer Einweichzeit setzt sich der Ausdehnungseffekt an der Wand fort, was dann während des Trocknungsprozesses zu faltenartigen Luftblasen führen kann. Die Weichzeit, die auf der Kleisterpackung für Papiertapeten angegeben ist, beruht auf gängigen Erfahrungswerten und sollte deshalb unbedingt und für alle Bahnen gleich eingehalten werden.

Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie Blasen entfernen bzw. beheben können.

In dieser Anleitung erfahren Sie, warum Blasen entstehen und wie Sie diese entfernen können.

Weitere Ursachen für Blasenbildung
Blasen können sich generell bilden, wenn der Untergrund stark saugfähig ist und den Kleister sozusagen schon verschluckt, bevor die Haftwirkung einsetzen kann. Auch ein abgesperrter Untergrund (z.B. durch undurchlässige Farb- oder Lackschichten) zeigt sich problematisch, denn er nimmt keine Feuchtigkeit auf und somit kann der Kleister keine Haftverbindung mit der Wand eingehen. Auch sandende und raue Untergründe erschweren die Anhaftung der Tapete. Daher gilt generell: Untergrund extrem gut vorbereiten, um der Blasenbildung aus diesen Gründen definitiv vorzubeugen.

Auch der falsche Kleister oder ein fehlerhaftes Mischungsverhältnis von Wasser und Kleisterpulver können zu einer Haftverminderung und somit zur Begünstigung von Blasenbildung führen. Kleister sollte immer gleichmäßig auf die Tapetenbahn oder bei Vliestapeten auf die Wand aufgetragen werden, weder zu dick, noch zu dünn, denn beides wirkt sich ungünstig auf die Haftvermittlung aus. Die Folge können Blasen sein, die durch ein zu viel an Kleister oder durch trockene Stellen entstehen.

Wie die Tapete trocknet, spielt ebenfalls eine große Rolle, wenn es um die Blasenbildung geht. Durchzug, zu hohe oder zu niedrige Temperaturen sowie hohe Luftfeuchtigkeit sind zu vermeiden. Ideal ist eine Raumtemperatur zwischen 10 und 16 Grad. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit lässt sich auch ohne Hygrometer schon durch ein „klammes, feuchtes Raumgefühl“ feststellen. Dauerlüften ist aber ebenso falsch wie Durchzug. Öffnen Sie die Fenster daher in regelmäßigen Abständen für ca. 10 Minuten, damit die feuchte Luft entweichen kann.

Was-kann-ich-gegen-Blasen-tun-Frisch-entstandene-Blasen-vorsichtig-zum-Rand-buersten

2 Frisch entstandene Blasen vorsichtig zum Rand bürsten

Einzelne größere Luftblasen streichen Sie mit einem sauberen, trockenen, weichen und fusselfeien Tuch oder den sauberen Fingern vorsichtig und sanft zu den Seitenrändern hin aus. Überschüssiger Kleister, der austritt, wird direkt mit einem separaten, feuchten Tuch abgenommen.

Bei vielen einzelnen, faltenähnlichen Luftblasen, wie sie unser Tapetengirl bearbeitet, nehmen Sie die Tapezierbürste zum Ausstreichen zur Hand. Ein Tapezier- oder Nahtroller bietet sich zum Ausstreichen von Blasen ebenso an, allerdings sollte es sich um einen weichen Schaumstoffroller handeln. Wer einen Kunststoff-Roller verwendet, fügt zwischen Roller und Tapete weißes Papier ein, damit die Tapetenoberfläche, gerade bei Strukturtapeten, nicht beeinträchtigt wird.

Wenn sich die Blasen partout nicht ausstreichen lassen

Versuchen Sie es dann nicht mit „Gewalt“, das könnte der Tapete letztlich einen größeren Schaden zufügen. Hier zeigen wir Ihnen weitere Möglichkeiten unter Punkt 2 auf.

Was-kann-ich-gegen-Blasen-tun-Nachtraegliche-Beseitigung-von-Blasen-mit-Hilfe-einer-Leimspritze

3 Nachträgliche Beseitigung von Blasen mit Hilfe einer Leimspritze

Mithilfe einer Kleister- oder Leimspritze lassen sich hartnäckige Luftblasen durch Unterfüllung beseitigen. Leimspritzen sind Spezial-Werkzeuge zum Tapezieren, sie unterscheiden sich optisch kaum von den medizinischen Spritzen, sie sind allerdings nicht steril und so konzipiert, dass sie die geleeartige Kleisterflüssigkeit problemlos befördern.

Kleister- oder Leimspritzen erhalten Sie im Tapetenfachhandel und im Baumarkt. Achten Sie auf eine hochwertige Ausführung, die über eine spitze Hohlnadel aus Metall verfügt. Es finden sich auch Leimspritzen mit Kunststoffspitzen, die allerdings bei Luftblasen in dickeren Tapeten ungeeignet sind.

Abschließend sei noch zu sagen:

Die meisten Blasen verschwinden nach dem Trocken von alleine, deshalb sollten Sie sich nicht verrückt machen und mit unserer Anleitung haben Sie ja die passenden Kniffe für die Beseitigung von Blasen in petto.

Etwas Kleister wird in die Spritze aufgezogen, dann stechen Sie mit der Nadelspitze in die Blase und drücken langsam den Kleister hinein. Verteilen Sie den Kleister im Bereich der Blase. Auch hier ist wieder die Einweichzeit bei Papiertapeten zu beachten, bevor sie die Tapete andrücken und in Richtung Einstichpunkt ausstreichen. Bei größeren Blasen können mehrere Einstiche erforderlich sein, um die trockenen Stellen alle zu erreichen.

Bei großen vereinzelten Blasen empfiehlt sich ein Schnitt mit dem Cuttermesser. Schneiden Sie die Blase kreuzförmig ein. Nun bestreichen Sie die eingeschnittenen Ecken innen mit etwas Kleister und lassen diese entsprechend einweichen. Nach der Einweichzeit drücken Sie die Ecken wieder an.