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Tapezierwerkzeuge im Detail: Die Kleisterbürste

Sie gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Tapezierwerkzeugen: Die Kleisterbürste oder Malerbürste (Quast). Mit ihr wird Kleister auf die Tapetenbahnen, Wände oder Decken aufgetragen, weshalb die Bezeichnung Deckenbürste ebenfalls gängig ist. Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen Kleisterbürste und Tapezierbürste, denn letztere wird auf der trockenen Tapetenoberfläche angewendet.

Ausführung Kleisterbürste/Deckenbürste

Die Kleister- oder Deckenbürste zeigt sich vom Aufbau her immer gleich. Lediglich bei Borsten und Griff finden sich Unterschiede in Bezug auf Längen und Materialien. Die Kleisterbürste besteht aus einem rechteckigen, schmalen Holzklotz (Bürstenkörper), an dem unterseitig die Borsten eingesetzt sind. Die obere Seite ist mit einem ergonomisch rundlichen Griff aus Holz oder Kunststoff bestückt, dessen Länge sich zwischen 11 und 14 cm bewegt. Ein kleines Aufhängeloch bietet Komfort in Sachen Aufbewahrung. Am unteren Ende des Griffes befindet sich in der Regel ein Haken aus Kunststoff zum Einhängen der Bürste in den Kleistereimer. Die gesamte Bürstenbreite variiert je nach Modell zwischen 15 und 20 cm.

Bei den eingesetzten Borsten handelt es sich mehrheitlich um lösemittelbeständige Synthetik-Borsten mit einer Länge von ca. 7 cm. Alternativ aber auch weitaus teurer sind Kleisterbürsten mit Chinaborsten, vorrangig im Fachhandel für Malerbedarf verfügbar. Chinaborsten bezeichnen die Borsten von chinesischen Schweinen. Profis verwenden Kleisterbürsten mit Holzgriff und reinen Chinaborsten.

Die dichte und füllige Borstenanordnung ergibt einen sehr flexiblen, beweglichen und aufnahmefähigen Quast. Die Farbe der Borsten kann von weiß über hell bis hin zu grau und schwarz variieren. Oft finden sich Kleisterbürsten, die außen helle und innen dunkle Borsten vorweisen.

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Qualität und Preise

Kleisterbürsten sind erschwinglich und schon ab 1,50 Euro erhältlich. Nach oben begrenzt sich der Preis in Richtung 10 Euro pro Stück. Über die Qualität sagt der Preis nur bedingt etwas aus, hier sollte der Käufer am besten seinen akribisch prüfenden Blick einsetzen und die Bürste noch vor dem Kauf einigen kleinen Tests unterziehen. Professionelles, sicheres und einfaches Arbeiten ist nur dann mit der Kleisterbürste gewährleistet, wenn folgende Punkte erfüllt werden:

  • Der Griff liegt gut in der Hand, das Griffmaterial zeigt sich nicht zu dünn und kann auch höherem Druck standhalten. Versuchen Sie, den Griff zusammenzudrücken. Gelingt dies schwer, ist die Voraussetzung erfüllt. Beim Handling-Test sollten Sie zudem darauf achten, dass der Griff sauber gearbeitet ist. Weder bei Holz noch bei Kunststoff dürfen sich kantige oder herausstehende Überbleibsel der Verarbeitung zeigen, denn die können zu Handverletzungen führen.
  • Auch der Haken für den Eimer sollte Stabilität vorweisen, denn nichts ist lästiger, als die Kleisterbürste permanent auf einem Tisch (mit Unterlage) abzulegen und von dort wieder aufnehmen zu müssen.
  • Die Borsten sitzen fest und sicher. Haarende Borsten sind ein NoGo beim Kleistern. Ziehen Sie ruhig etwas fester an einzelnen Borsten oder einem Borstenbüschel. Eine gute, gar exzellente Kleisterbürste hält das aus, ohne dass sich Borsten lösen.
  • Prüfen Sie mit dem Auge, ob die Borsten einheitlich dicht angeordnet sind. Wenn einzelne Borsten nach links, rechts, oben oder unten „ausreißen“ oder abstehen, beeinträchtigt das die Funktion.

Anwendung Kleisterbürste

Die Kleisterbürste dient zum gleichmäßigen Auftrag von Kleister, Kleistermischungen (z.B. Kleister und Dispersionskleber für starke Haftkraft) und wird auch für Wandgrundierungen verschiedener Art verwendet. Prinzipiell kann die Kleisterbürste für das Einkleistern der einzelnen Tapetenbahnen (Papiertapeten) als auch der Wand (Vliestapeten) angewendet werden. Der Handel bietet für das Einkleistern der Wand und Decke auch die Farb- oder Kleisterrolle an, mit der sich der Auftrag schneller und leichter gestaltet. Die Kleisterrolle wird dazu auf eine Teleskopstange aufgesetzt, in den Kleister getaucht und an der trockenen Wand/Decke abgerollt. Diese Kleisterrollen eignen sich auch für das Auftragen von Tiefengrund und anderen relativ flüssigen Materialien, die den Untergrund festigen und stabilisieren.

Bei der Aufnahme von Kleister oder Grundierungen aus dem Eimer ist weniger mehr. Ansonsten „tropft“ der geleeartige Kleister klumpig auf die Tapete oder den Boden, auch der Griff wird mit Kleister verunreinigt - Alles in allem dann eine sehr klebrige Angelegenheit. Wenn Sie die Bürste eintauchen, streifen Sie diese am Eimerrand ab, so passt die Dosierung und „nachlegen“ können Sie ja immer noch. Streichen Sie Tapete oder Wand vom mittigen Punkt hin zu den Seiten ein. Bewegen Sie die Bürste locker aus dem Handgelenk mit leichtem Druck über die Tapetenbahn bzw. die Wandfläche und achten Sie dabei auf eine vollständige Bedeckung mit Kleister. Nach dem Kleisterauftrag ruht die Bürste eingehakt im Eimer. Vermeiden Sie die Ablage der Kleisterbürste an einem beliebigen Platz, denn Staub, Schmutz, Partikel haften direkt an und verunreinigen später Tapete oder Wandfläche. Wenn Sie ablegen, dann am besten auf einem sauberen großen Stück Frischhaltefolie.

Sollten Sie die Kleister- und Tapezierarbeiten nur für einige wenige Stunden unterbrechen, können Sie die Kleisterbürste in Frischaltefolie einwickeln. So bleiben die Borsten feucht und es muss keine aufwendige Reinigung erfolgen. Ansonsten gilt: Kleisterbürste vor dem nächsten Gebrauch gründlich reinigen, trocknen und ordnungsgemäß aufbewahren.

Für den Fall, dass Sie eine Kleisterbürste für verschiedene Materialien also Kleister und Grundierungen nutzen wollen, waschen Sie die Kleisterbürste nach der jeweiligen Anwendung gründlich aus und lassen Sie diese erst trocknen.

Reinigung der Kleisterbürste und ordnungsgemäße Aufbewahrung

In der Regel reicht es aus, die Kleisterbürste direkt nach beendeter Arbeit unter fließendem lauwarmem Wasser auszuwaschen. Der Zusatz von Reinigungsmitteln ist nicht erforderlich, es sei denn, es finden sich besondere Hinweise auf der Verpackung von Kleister, Klebemitteln oder Grundierungen. Anschließend wird die Kleisterbürste auf einem Handtuch oder Küchentuch von überschüssigem Wasser befreit und dann zum Trocknen an einen luftigen Platz mit den Borsten nach unten aufgehängt. Sind Borsten und Holz vollständig getrocknet, können Sie die Kleisterbürste in einem Plastik- oder Textilbeutel verstauen, das Aufhängeloch sollte frei bleiben, wenn Sie das Tapezierwerkzeug hängend aufbewahren wollen.

Unterschied Kleisterbürste und Tapezierbürste

Die Kleisterbürste kommt für die „feuchten“ Vorarbeiten zur Anwendung, die Tapezierbürste ist für das trockene Anstreichen der Tapetenbahn gedacht. Auch in Ausführung und Optik unterscheiden sich beide Tapezierwerkzeuge. Die Tapezierbürste sollte nach Möglichkeit nicht mit Kleister in Berührung kommen. Alles Wissenswerte im Detail erfahren Sie im Ratgeber-Blog Tapezierbürste.